Es ist Montagvormittag, und ich habe ein erholsames Wochenende hinter mir. Die Route durch Dänemark ist erstellt und das Fahrrad ist gepackt. Nach Hamburg sind es 540 km, das sollte ich in vier bis fünf Tagen schaffen. Die Fähre nach Fredrikshavn geht um 12h.
Auf der Überfahrt nehme ich das schwedische Buffet. Ich esse so viel ich nur kann, denn heute gibt es nichts mehr warmes zu essen.
In Dänemark herrscht perfektes Fahrradwetter, kaum Wind und Temperaturen um 20 Grad Celsius. An einer Tankstelle checke ich zum ersten Mal auf der Reise meinen Reifendruck. In 17 Reisetagen habe ich nicht einmal ein halbes Bar verloren, es lebe der Fahrradschlauch.
Das erste visuelle Highlight ist die Überquerung der Limfjordbrücke nach Aalborg. Zwar ist die Stadt an diesem Montagabend ziemlich ausgestorben, aber unbedingt einen Besuch wert.
Auch die Fahrt am Limfjord entlang im Abendlicht ist unbezahlbar. Und ich bin nicht allein. Zahlreiche Rennradgruppen sind heute Abend unterwegs.
Bei Sonnenuntergang füllt sich die Luft mit Insekten. Ich atme durch die Nase, damit ich nicht zu viele davon verschlucke, und Pinkelpausen werden zur Tortur. Erst als die Route wieder etwas ansteigt, werden die Insekten weniger, und auf einem Rastplatz vor Aars lasse ich mich nieder und schlage mein Lager auf.