Die Fähre nach Bornholm verlässt Sassnitz erst am Nachmittag. Somit geniesse ich den ersten 'freien' Vormittag seit Antritt der Reise. Ich koche Kaffee, esse Frühstück, quatsche mit den Nachbarn und packe schliesslich meine sieben Sachen zusammen.
Ich fahre den Hügel wieder runter nach Sassnitz, flaniere dem Meer entlang, trinke einen Caffè Macchiato mit Kuchen bis es Zeit wird aufzubrechen.
Am Hafen warten mehrere Dutzend Radfahrer auf die Fähre nach Bornholm. Die Insel scheint bei Radfahrern beliebt zu sein. Die Ersten auf dem Schiff können ihre Fahrräder noch fachgerecht festschnüren, die anderen müssen ihre Fahrräder auf den Boden legen. Dann wird schnell klar, die Fähre ist alt, und die Steckdosen sind rar. Somit gibt es keine gemütliche Bootsfahrt für mich. Ich sitze auf dem Boden neben einer Steckdose und lade meine Powerbank auf.
Mit der Abendsonne im Rücken fahre ich die Südküste Bornholms entlang. Der Wind bläst mir mässig bis stark entgegen, und ich bin froh darüber beim Packen auf den Windwiderstand geachtet zu haben. Radfahrer mit Seitentaschen müssen heute stark gegen den Wind ankämpfen und kommen kaum vorwärts, während ich auf dem Triathlon-Lenkeraufsatz liegend gute Geschwindigkeit machen kann. So erreiche ich noch vor Dunkelheit mein Nachtlager an einem wunderschönen Sandstrand im Südosten der Insel.