Es ist sechs Uhr morgens. Die Sonne scheint durch die Bäume in den Wald und es riecht nach Kaffee. Letzteres ist erlogen und erfunden, denn nach einer Corona Infektion ist mein Geruchs- und Geschmackssinn noch immer nicht zurückgekehrt. C'est la vie.
An diesem Morgen beginnt auch ein äusserst langsamer Lernprozess. Garmin. Kann ich am Abend das Gerät ausschalten und am Morgen die Route wieder aufnehmen? Warum hat der Bildschirm plötzlich einen blauen Rahmen, und wieso piepst das Gerät ständig und warum pausiert während der Fahrt immer wieder die Navigation?
Aber keine Zeit für tiefgründige Reflektionen, der Schotter wartet. Auf Richtung Wismar. Anfangs treten die Beine auch am zweiten Tag problemlos in die Pedale, und Wismar ist definitiv einen Besuch wert. Zwischen Wismar und Rostock fahre ich mehrheitlich auf Fahrradwegen und Hauptstrassen durch etwas monotone Landschaften. Am Abend erreiche ich Rostock. Dort fahre ich die Uferpromenade entlang und besuche die Altstadt und wünsche mir dabei, ich hätte mehr Zeit. Aber der Tag neigt sich zu Ende, und nach weiteren 12 km finde ich ein ruhiges Plätzchen in der Nähe von Broderstorf.