Das erste Mal Bikepacking: Deutschland, Bornholm, Schweden & Dänemark

[Tag 12] Über falsche Abzweigungen, Gewitter, schlechte Laune und blauen Himmel

Lager im Wald bei Lammhult, Schweden.

Lager im Wald bei Lammhult, Schweden.

Nasse Straße an einem kleinen See
Endloser Weg durch den Wald
Endloser Weg durch den Wald
Straßenschild 'Motocross Gymnasium'

Motocross Gymnasium

Schotterweg durch grüne Wiesen
Mann beim Holzhacken an einem Schotterweg
Nasse Straße und eine rote Hütte, die im Sonnenlicht trocknen

Nach dem Regen scheint die Sonne.

Husquarna Garden Eishockeystadion

Husquarna Garden Eishockeystadion. Heimat der Mannschaft HV71.

Radweg entlang des Vätternsees in Jönköping

Der See Vättern zwischen Husquarna und Jönköping.

Radfahrer mit Blick über den See Vättern
Sonnenuntergang hinter einem hohen Gebäude in Jönköping

Jönköping nach dem Regen.

Blick über den Vätternsee von Westen und der Schatten eines Fahrrads.
Radweg entlang des Vätternsees

Radweg entlang des Vätternsees

Nach dem gestrigen Erlebnis habe ich am Abend noch meine heutige Route angepasst. So fahre ich heute etwas weniger durch die Wildnis und mehr auf Landstrassen, zumal ich meine Ankunft bei meinen Verwandten in Skövde auf morgen Abend angekündigt habe. Dorthin sind es 180 km, mein Ziel ist es heute, über die Hälfte davon zu schaffen.

Der Start in die Etappe gelingt nicht so wirklich. Ein auf dem Fahrrad liegengelassener Riemen verfängt sich im Hinterrad und blockiert das Rad so abrupt, dass ich nicht schnell genug aus den Pedalen komme und mal wieder 'tot' umfalle.

Als ich so langsam wieder in Rhythmus komme und durch die Wälder radle, werde ich von einem Geräusch verfolgt, das mich an Kapitän Hooks Holzbein erinnert. Das Geräusch wird immer lauter, bis hinter mir ein Langläufer im Sommertraining auftaucht.

Genug von allen Ablenkungen mache ich Musik an und kann so endlich abschalten. Ich fahre unbeschwert über kurvige Strassen durch die Wälder, Kilometer um Kilometer. Bei einem Halt merke ich, dass ich eine falsche Abzweigung genommen habe, und Garmin die Route neu berechnet hat. Wegen der Musik ist das akustisch an mir vorbeigegangen. Ich vertraue der neuen Routenwahl und fahre weiter. 

Nach einer Weile mache ich Pause und konsultiere die Karte. Nicht nur bin ich über 30 km östlich von meiner ursprünglichen Route, sondern Garmin hat offensichtlich auf jede Abkürzung verzichtet und mich nicht nur auf die längst mögliche, sondern auch auf die höchst mögliche Route nach Jönköping geschickt. Aus den 180 km nach Skövde sind soeben 200 km geworden. Fortan verfluche ich in jedem Anstieg den kleinen piepsenden Teufel an meinem Lenker.

Auf dem Regenradar ist in violetter Farbe Starkregen unterwegs. Ich versuche, durch geschickt geplante Pausen dem Schlimmsten zu entkommen. Kurz vor Jönköping öffnen sich aber auch über mir die Schleusen. Blätter und Äste fallen von den Bäumen, aber ich fahre weiter. In Husqvarna, mit Sicht über den Vättern See, brechen die Wolken auf, und die Sonne taucht die nasse Landschaft in ein warmes Licht. Ich fahre auf der Uferpromenade Richtung Jönköping, esse eine Falafel, und nehme dann den letzten langen Anstieg Richtung Habo in Angriff. Oben angekommen, finde ich mit der Welt und Garmin versöhnt in einem Waldstück mein Nachtlager.